Aktualisierung unserer Kritik an der NOZ 

Stand: Mai 2026

Mit den zahllosen rechtspopulistischen Kommentaren u.a. ihres Chefredakteurs verstößt die NOZ regelmäßig gegen die Werte und die publizistischen sowie ethischen Grundsätze, zu denen sie sich in ihrer Ausgabe vom 13. Februar 2026 eigentlich öffentlich bekannt hatte.

Was halten diese Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger von ihrer Tageszeitung? Laut aktueller Umfrage: wenig

Das Geschäftsmodell der NOZ trägt zur innergesellschaftlichen Destabilisierung bei. Zunächst einmal versucht die NOZ mit ihrem „publizistischen Gemischtwarenladen“ von halblinks bis offen rechts den kommerziellen Erfolg der „sozialen Medien“ zu kopieren. Das Problem ist, dass sie dabei ständig polemisiert und emotionalisiert, ohne eine angemessene, d.h. faktenbasierte journalistische Einordnung als Gegengewicht zu liefern. So heizt die NOZ das bereits stark angespannte innergesellschaftliche Klima weiter an. Wenn aber Emotionen statt Fakten die Köpfe der Menschen beherrschen, profitieren am Ende die radikalen Vereinfacher und Realitätsverdreher von den extremen politischen Rändern. Und die liberale und vernunftbasierte Demokratie gerät ins Hintertreffen!

Mit ihren zahllosen Artikeln zur AfD verleiht die NOZ dieser Partei einen Status von Bedeutsamkeit, den sie aufgrund der Dürftigkeit ihres Auftretens und ihrer Argumente eigentlich gar nicht haben dürfte. Und selbst wenn dann am Ende dieser Beiträge oder Kommentare hin und wieder leise Kritik an den völkisch-nationalen Positionen der AfD geübt wird, die Selbstdarstellung dieser Partei nimmt quantitativ in der NOZ einen immer größeren Raum ein. Die politischen Positionen z.B. der Linken oder auch der Grünen werden dagegen weitaus seltener abgebildet, wodurch diese Parteien von den LeserInnen der NOZ dann automatisch als weniger wichtig wahrgenommen werden.

Aufschlussreich ist auch, welchen Themen sich die NOZ ganz besonders intensiv widmet und was sie gerne unter den Tisch fallen lässt. Über das skandalöse Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt konnte man so gut wie gar nichts lesen, während die NOZ mit mehreren Artikeln versuchte, die Correctiv-Recherchen zur Remigrations-Konferenz in Berlin mit Martin Sellner und etlichen AfD-Funktionären als den eigentlichen Skandal zu framen. Auch über den Katholischen Kirchentag in Würzburg gab es in der NOZ keinen einzigen redaktionellen Bericht – geschah das in der Absicht, den Kirchen jede Relevanz in gesellschaftlichen Fragen abzusprechen oder störte einfach nur die Kritik am Rechtspopulismus, die auf dem Kirchentag massiv geübt wurde?

Das stagnierende Wirtschaftswachstum in Deutschland und die schwierige Entwicklung der Staatsfinanzen werden von der NOZ regelmäßig als Folge einer angeblich ausufernden Sozialpolitik und eines inzwischen mangelhaften Arbeitsethos der Deutschen geframed. Andere wirtschaftlich bedeutsame Faktoren wie die ökonomischen Verwerfungen infolge des Ukrainekrieges, der Zollpolitik Donald Trumps oder des Irankrieges werden dagegen kaum erwähnt. So unterstützt die NOZ den politischen Angriff auf den Sozialstaat und verzerrt die Faktenlage.

Darüber hinaus versucht sie ständig, das Bild eines abgewirtschafteten, überbürokratisierten und deshalb dysfunktionalen deutschen Staates zu vermitteln. Und sie entwirft das Bild einer Industrie, die nicht etwa aufgrund von eigenen Fehlentscheidungen oder von schwer vorhersehbaren globalen Entwicklungen geschwächt wurde, sondern von bürokratischen Einengungen und steigenden Sozialabgaben. Auch der Niedergang der Staatsfinanzen wird permanent beklagt, während der zeitgleich exorbitant gestiegene Reichtum am oberen Ende der deutschen Gesellschaft kaum mal zum Thema gemacht wird. Und schon gar nicht wird gefragt, ob und wie beides eventuell sogar zusammenhängen könnte?

Unser Fazit ist: Das alles ist weder guter noch fairer Qualitätsjournalismus, sondern einseitige populistische Stimmungsmache und knallharter interessengeleiteter Meinungsjournalismus!