Offener Brief der Aktion NOZ-kritisch...
...an die Herausgeber und die Redaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung zum 16. 09. 2026

Sehr geehrte Herausgeber, sehr geehrte Politik-Redaktion,
heute geben wir Ihnen, gemeinsam mit anderen Kritikern der gegenwärtigen politischen Ausrichtung der Neuen Osnabrücker Zeitung, die von uns gesammelten Exemplare der NOZ-Mantelseiten als Zeichen unseres Protestes zurück. Unser Motto lautet: „Annahme verweigert, da Inhalt einseitig und ungenießbar!“ Die Gründe dafür möchten wir Ihnen in diesem Offenen Brief darlegen.
Erstens: Die NOZ verhielt sich in ihrer Berichterstattung zu den Kommunalwahlen nicht unparteiisch, sondern bevorzugte die AfD
In ihren Grundsätzen vom 4. Juli 2026 zur Berichterstattung über die Kommunalwahl hatte die Chefredaktion noch versprochen: „Wir achten auf die Gleichbehandlung aller zugelassenen Parteien“. Das Gegenteil war der Fall!
Vor allem mit ihren zahllosen Artikeln zur AfD verlieh die NOZ dieser Partei eine Bedeutung, die sie aufgrund der Dürftigkeit ihrer Kandidaten und ihrer Argumente nicht verdient hat. Reißerische Überschriften und vor allem die völlig überdimensionierten Fotos von AfD-Politikern in Siegerpose und stets mit dem Parteilogo im Hintergrund sorgten dafür, dass die Selbstdarstellung dieser Partei in Ihrer Zeitung einen unfassbar großen Raum einnahm. Andere Parteien und ihre Repräsentanten kamen hingegen eher selten vor. Dadurch erschienen diese Parteien in der Wahrnehmung der Leserschaft automatisch als weniger wichtig, was sich auch in den Wahlergebnissen niedergeschlagen hat. Vor allem die vielen großformatigen Fotos der siegesgewiss lächelnden AfD-Kandidaten mit den Parteifarben und dem großen Parteilogo im Hintergrund erschienen uns wie kostenlose Anzeigenwerbung für die AfD!
Zweitens: Die NOZ bedient und fördert das „apokalyptische Weltbild“ der AfD-Anhänger
Ihre Redakteure Ewert, Ebert und Clasen zeichnen in ihren Kommentaren regelmäßig ein geradezu apokalyptisches Deutschlandbild, das über die realen Gegenwartsprobleme Deutschlands weit hinausgeht, dafür aber ziemlich kompatibel mit dem Weltbild vieler AfD-Anhänger sein dürfte. So bestätigen und ermutigen sie die Anhänger dieser Partei in ihrer destruktiven Staatsverdrossenheit und ihrer Bereitschaft, unsere liberale Demokratie gegen eine autoritäre Staatsform einzutauschen!
Drittens: Die NOZ betreibt mit vielen Meinungsbeiträgen rechten Kulturkampf
Vor allem drei NOZ-Redakteure beteiligen sich mit ihren Meinungsbeiträgen sehr regelmäßig am rechten Kulturkampf gegen alles angeblich „links-grün-woke“.
Wenn zum Beispiel Philipp Ebert die Segnung von vier Männern, die in einer polyamourösen Beziehung leben, durch eine Berliner Pastorin dazu benutzt, die gesamte Evangelische Kirche als theologisch orientierungslos und moralisch verkommen zu denunzieren, dann ist das rechter Kulturkampf in Reinform!
Ähnlich sieht es aus, wenn Redakteur Michael Clasen ernsthaft behauptet, neben den „Sozialausgaben“ sei vor allem der „Klimaschutz“ schuld am wirtschaftlichen „Dahinsiechen des Standortes Deutschland“.
Und wenn Burkhard Ewert in seiner RdR-Kolumne die Möglichkeit eines Tempolimits als Antwort auf die Klimakrise und den Irankrieg als lächerliches Begehren von realitätsfernen Verbotsfetischisten abkanzelt, dann ist auch das rechter Kulturkampf, weil hier durch Ausgrenzung und Verächtlichmachung eine durchaus vernünftige Debatte von vornherein abgewürgt werden soll.
Wir kommen zu dem Schluss: Mit diesen zahlreichen rechtslastigen Meinungs-beiträgen stabilisiert Ihre Zeitung das antiliberale Weltbild von AfD-Sympathisanten und trägt durch ihr Meinungsmonopol in vielen Regionen Norddeutschlands spalterische rechte Narrative in die Mitte der Gesellschaft hinein. Das bringt Menschen gegeneinander auf und gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und es beschädigt durch das ständige Schüren von Misstrauen in die öffentlichen Institutionen auch die Grundlagen unserer Demokratie!
Wir fordern Sie deshalb nachdrücklich auf, den gegenwärtigen Kurs Ihrer rechtspopulistischen Meinungsbewirtschaftung zu verlassen und wieder zu einem seriösen, faktenbasierten und der Demokratie verpflichteten Journalismus zurückzukehren, für den die Neue Osnabrücker Zeitung früher einmal gestanden hat! Und wer weiß, vielleicht steigt dadurch dann ja auch wieder die zuletzt stark rückläufige Zahl Ihrer Abonnenten, von denen, wie wir wissen, viele ihr Abo gekündigt haben, weil sie mit dem aktuellen Rechtskurs Ihrer Zeitung nicht einverstanden sind.
Mit freundlichen Grüßen
Die Aktion-NOZ-kritisch
https://noz-kritisch.de/





